Stressfrei Schlachten



Gemeinsam mit 10 weiteren Bauern aus der Weststeiermark haben wir das Projekt „Stressfreie Schlachtung“ gestartet. Bürokratie und Planung nahmen viel Zeit in Anspruch, denn in Österreichs Gesetzen ist die stressfreie Schlachtung ein Graubereich. Doch mit Unterstützung des Amtstierarztes und einer Metallbaufirma fanden wir eine Lösung und ein Schlachtanhänger wurde entwickelt.

Was ist stressfreie Schlachtung?



Bei stressfreier Schlachtung gilt es in erster Linie, die beiden Faktoren Stress und Angst zu minimieren. Deswegen wird das Tier in gewohnter Umgebung betäubt, es steht wie jeden Tag gemeinsam mit anderen Tieren im Fressgitter.
Nach der Betäubung wird es auf den Anhänger gezogen und dort entblutet. Von der Betäubung bis zum Entblutungsstich darf höchstens eine Minute vergehen. Mithilfe des Hängers schaffen wir es in 50 Sekunden.
Anschließend folgt der Transport zu unserem Schlacht- und Kühlraum, wo mit der Weiterverarbeitung begonnen wird.


Warum stressfreie Schlachtung?


Wir sehen wie das Kalb auf die Welt kommt, den ersten Weidegang erlebt – kurz gesagt wie es ein glückliches, stressfreies Leben bei uns führt. Ein respektvoller Umgang, vor allem bei der Schlachtung, ist dabei nicht wegzudenken.

Sobald das Tier Stress spürt, wird das Hormon Adrenalin ausgeschüttet. Im Falle der Schlachtung passiert das während des Verladens auf den Hänger oder beim Treiben in den Schlachtraum. Diese, für das Tier fremde Situationen, bringen sowohl Gefahr als auch Leid für Mensch und Tier. Das möchten wir unseren Tieren ersparen und schlachten deshalb so stressfrei wie möglich.

Ein weiterer wichtiger Grund ist für uns die Fleischqualität. Vergleicht man Fleischteile eines gestressten Rindes und eines unserer Rinder, so ist der Unterschied klar erkennbar. Durch das fehlende Adrenalin wird das Fleisch nicht zäh und die Haltbarkeit verlängert sich immens.


Weitere Informationen zum Projekt: https://www.stressfrei-schlachten.at/



Zuletzt geändert: 2019/04/18 10:02